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Säbener Samba
Donnerstag, 9. Juli 2015

Neuzugang Douglas Costa (24) ist Bayerns bislang teuerster BRASILIANER. Die meisten seiner elf Vorgänger erwiesen sich für die Münchner als Verstärkung. 

Alles begann mit einem Missverständnis. Im Sommer 1991 präsentierten die Bayern mit Bernardo und Mazinho die ersten Brasilianer ihrer Vereinsgeschichte und glaubten felsenfest daran, einen großen Wurf gelandet zu haben. Umso größer die Enttäuschung, als Bernardo nur auf mickrige vier Bundesligaspiele kam und sich Mazinho nie als der zuverlässige Torjäger erwies, als den ihn die Bayern verflichtet hatten. Die Bayern lernten aus diesem Fehler. Sie verzichteten seither aber nicht etwa auf Fußballer aus dem Land des mittlerweile fünfmaligen Weltmeisters – sie holten sie nur nicht mehr direkt nach Europa, sondern pickten sich die Stars heraus, die sich in der Bundesliga bereits etabliert hatten. Nur einmal wichen sie von dieser Linie seitdem ab, und es ging im Fall von Breno auf höchst tragische Weise schief. Der Innenverteidiger reüssierte sportlich nie, landete am Ende als verurteiler Brandstifter im Gefängnis. Bedienten sich die Bayern aber in Leverkusen (Jorghino, Zé Roberto, Lucio), beim VfB Stuttgart (Giovane Elber), in Hoffenheim (Luiz Gustavo) oder in Mönchengladbach (Dante), dann erwiesen sich diese Spieler als Verstärkung.

Paulo Sergio und Rafinha kannten die Bundesliga ebenfalls, sie wechselten über die Zwischenstation Italien an die Säbener Straße. Vor allem Elber und Zé Roberto, die die meisten Partien aller bayerischen Brasilianer absolvierten, standen für Säbener Samba. Elber und Paulo Sergio gewannen mit dem Rekordmeister die Champions League 2001, Dante, Rafinha und Luiz Gustavo taten es ihnen zwölf Jahre später gleich. Lucio blieb dieser Erfolg verwehrt, 2009 hatte der neue Trainer Louis van Gaal keine Verwendung mehr für den gerne und oft nach vorne marschierenden Innenverteidiger. Der wechselte zu Inter Mailand und holte sich am Ende seiner ersten Saison den Henkelpott – im Finale gegen die Bayern. Nun also Douglas Costa, der sich zwar fünf Jahre bei Schachtar Donezk in Europa akklimatisieren konnte, für den die Bundesliga aber dennoch Neuland bedeutet. „Ich denke, im Moment ist Douglas noch nicht stark genug für Bayern“, sagte ausgerechnet sein Ex-Trainer Mircea Lucescu der Bild am Sonntag. Deshalb muss es aber noch lange nicht enden wie bei Bernardo und Mazinho, „er kann da reinwachsen und es schaffen“, glaubt Lucescu. Bei der Ablöse von 30 Millionen Euro sollte man das auch erwarten dürfen.

 
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